Alstätte im Jahre 1822

Sonntagmorgen. Pferde- und Ochsenkarren wackeln vereinzelt durch das Dorf.
Die Heilige Messe ist gerade zu ende und die Gläubigen treten aus der Kirche heraus.
Nur ein einzelner Mann, der Bäcker und Schankwirt Heinrich Bredeck, verharrt und beobachtet, in welcher Richtung die Menschen den Heimweg antreten.
Erst vor kurzem ist Heinrich mit seiner Frau Gertrud nach Alstätte übergesiedelt. Sein Ziel: Er will eine Bäckerei mit Schankwirtschaft eröffnen,
um eine neue Existenz zu gründen. Nun sucht er nach einem geeigneten Standort.
Da viele Einwohner der Bauernschaften Brink-, Gerwing- und Besslinghook unterwegs sind, entschließt sich Heinrich, sein Lokal an der Ecke Kirchstraße / Friedhofstraße zu eröffnen.
Anton Bredeck, der „Öhm" (Junggesellenknecht) auf dem Hof war, wie man heute sagen würde, „Das Schwarze Schaf" in der Familie. Er war ein Schmuggler und Schwarzbrenner, der aber guten Geschmack für Kräuterbrände und hübsche Frauen hatte. Als ihm der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, setzte er sich rechtzeitig ab...
Seine einzige, und wohl auch beste Hinterlassenschaft war die Rezeptur für den Kräuterschnaps.

All das ist Überlieferung. Tatsache ist jedoch, dass die Wirtschaft 176 Jahre wechselvolle Geschichte überstanden und sich bis heute zu einem modernen Hotel- und Gaststättenbetrieb weiterentwickelt hat.

Wenn sich auch vieles in den 188 Jahren verändert hat, eins ist bis heute in der Familientradition erhalten geblieben: Die enge Beziehung zur Landwirtschaft. Neben der Gaststätte betreibt Bernd Bredeck nämlich noch eine artgerechte Ammen-Kuh-, Pferde- und Schweinehaltung. Wenn Sie wollen, zeigt Ihnen der Stallbesitzer mal sein „Kuhfeld". Das auf traditionelle Art und Weise selbsterzeugte Fleisch wird in der hauseigenen Küche zu schmackhaften Gerichten verarbeitet.

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